L-Glutamin

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L-Glutamin ist eine nicht-essenzielle Aminosäure, das bedeutet, sie kann vom Körper selbst hergestellt werden. Zusätzlich zur Eigensynthese wird sie über die Nahrung aufgenommen. Belastungsintensiver Sport und auch psychischer Stress führen allerdings dazu, dass beide Quellen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Deshalb sollte eine Zufuhr als Nahrungsergänzung hier eingesetzt werden und kann unterstützend wirken.

DIE MÖGLICHE WIRKUNG VON L-GLUTAMIN

VERBESSERUNG DER REGENERATION

Die für viele Sportler zentrale Wirkung von L-Glutamin besteht in der Beschleunigung der Regeneration nach dem Training. L-Glutamin sorgt für spürbar bessere Erholung, vor allem bei hoher Trainingsfrequenz. Dies ist vor allem auf die begünstigte, schnelle Wiederauffüllung der Glykogen-Speicher zurückzuführen. Glykogen ist eine Speicherform, die der Körper selbst aus den über die Nahrung zugeführten Kohlenhydraten bildet und größtenteils in den Muskelzellen lagert. Hier fungiert es als wichtiger Energieträger bei körperlicher Anstrengung. Leere Glykogenspeicher bedeuten weniger Energie im Training.

In Studien wurde nachgewiesen, dass die Glykogen-Einlage nach dem Training durch eine L-Glutamin-Einnahme deutlich gesteigert und beschleunigt wurde.1 Der Körper hat somit wieder neue Energiereserven für das nächste Training. Dies ist insbesondere für Athleten interessant, die täglich oder sogar mehrmals am Tag trainieren wollen. Der Verzehr von Kohlenhydraten nach dem Sport konnte die Glykogenspeicher nicht im gleichen Maße wieder auffüllen.2 Um die Speicher aufzufüllen, kann anstelle von Traubenzucker, Maltodextrin und anderen Carbs, die Athleten nach dem Training oftmals verwenden, praktisch kalorienfreies L-Glutamin eingenommen werden. Das ist besonders bei Sport zur Unterstützung einer Diät sehr positiv zu bewerten.

Unsere Muskulatur besteht zu fast 60 % aus der lebensnotwendigen Aminosäure L-Glutamin. Dieser Wert unterstreicht die wichtige Rolle von L-Glutamin in unserem Körper.

STÄRKUNG DES IMMUNSYSTEMS

L-Glutamin sorgt für ein starkes Immunsystem. Dies ist für Sportler besonders geeignet, da sie häufig nach langen und harten Trainingseinheiten vom sogenannten Open Window-Syndrom betroffen sind. Im geschwächten Zustand ist der Körper sehr anfällig für Erkältungen und strukturelle Verletzungen. L-Glutamin kann hier vorbeugend wirken. In einer Studie mit Marathon-Läufern sank das Erkrankungsrisiko von Athleten, die es nach dem Rennen einnahmen, um 50% gegenüber den Mitgliedern der Gruppe, welche nicht supplementierte.4

VERHINDERUNG VON MUSKELABBAU

L-Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel verhindert, dass der Körper in langen Trainingseinheiten sowie unter intensiven Belastungen Energie aus körpereigenen Eiweißen (also den Muskeln) erzeugt. In Experimenten zeigte sich, dass der Körper von Probanden, welche regelmäßig L-Glutamin konsumierten, in Stresssituationen weniger stark freies Glutamin aus dem Gewebe beanspruchte. Deshalb kann man feststellen, dass weniger Muskelprotein verzehrt und Muskelabbau betrieben wurde.3

WANN SETZT DIE WIRKUNG VON L-GLUTAMIN EIN?

Die positiven Effekte von L-Glutamin können sofort auf die Abwehrkräfte und die Glykogeneinlage eintreten. Wird beispielsweise L-Glutamin nach einem harten Langstreckenlauf konsumiert, unterstützt man unmittelbar das Immunsystem. Ein erhöhter Glutamin-Spiegel, welcher zur raschen Wiederbefüllung der Glykogenspeicher führt, stellt sich sofort nach der Einnahme ein.

1 Bowtell/Gelly/Jackman/Patel/Simeoni/Rennie: Effect of oral glutamine on whole body carbohydrate storage during recovery from exhaustive exercise. Journal of applied Physiology, S. 1770-1777, 1986

2 Darmaun/Hankard/Haymond: Effects of glutamine on leucine metabolism in humans. American Journal of physiology, S. 748-754, 1996

3 Lacey/Wilmore: Is glutamine a conditionally essential amine acid? Nutritional review, S. 297-309, 1990

4 Castell/Newsholme/Poortmans: Does glutamine have a role in reducing infections in athletes? European journal of applied physiology, S. 488-490,1998